Stadtentwicklung durch Mobilität (Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr als urbaner Generator)
| Vortragende/r (Mitwirkende/r) | |
|---|---|
| Nummer | 0000000180 |
| Art | Seminar |
| Umfang | 2 SWS |
| Semester | Sommersemester 2024 |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Stellung in Studienplänen | Siehe TUMonline |
| Termine | Siehe TUMonline |
Teilnahmekriterien
Siehe TUMonline
Anmerkung: Für Master-Studierende und Incomings ab 5. Semester Die Teilnahme an der ersten Veranstaltung ist zwingend für die Teilnahme am Seminar. Eine ausgeglichene Verteilung von verschiedener Studiengänge wird bei der Zulassung berücksichtigt.
Anmerkung: Für Master-Studierende und Incomings ab 5. Semester Die Teilnahme an der ersten Veranstaltung ist zwingend für die Teilnahme am Seminar. Eine ausgeglichene Verteilung von verschiedener Studiengänge wird bei der Zulassung berücksichtigt.
Beschreibung
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein wesentlicher Baustein nachhaltiger städtischer und regionaler Entwicklung. Die einseitige Orientierung der Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik auf das Automobil seit den 1950er Jahren führte zu einer flächigen Ausdehnung der Bebauung und starke Eingriffe in die städtische Bausubstanz, auf Kosten von Urbanität und Umwelt. Die Folge sind heute weite Wege, hoher Infrastrukturaufwand und wenig einladende öffentliche Räume in Städten. In den letzten Jahren mehren sich jedoch Ansätze zu einer Rückorientierung auf den ÖPNV, der trotz jüngster Innovationen im Bereich der Kraftfahrzeuge weiterhin den wichtigsten Beitrag zu nachhaltiger Mobilität in Städten leistet.
Um effizient betrieben zu werden benötigt ÖPNV jedoch eine gewisse Bevölkerungsdichte und einen kompakten Siedlungskörper. Aber auch umgekehrt setzt ein verdichtetes Stadtquartier eine gute Erschließung mit dem öffentlichen Verkehr voraus. Stadtentwicklung, die diesem Muster folgt, bezeichnet man Transit-Oriented Development (TOD) bzw. integrierte Stadt- und Verkehrsplanung. Analytisch kann TOD mit Hilfe von Bertolini‘s (1999) Node-Place-Model aufbereitet werden. Die Annahme ist, dass eine nachhaltige Entwicklung eines Stadtquartiers gegeben ist, wenn sich an jeder Station die Erreichbarkeit mit dem ÖV und die vorhandene städtische Funktionsdichte die Waage halten. Je höher die Erreichbarkeit eines Verkehrsknotenpunktes, desto dichter (baulich und funktional) sollte das umliegende Stadtquartier sein. Transit-Oriented Development bietet somit ökologische, soziale, ökonomische und gestalterische Vorteile.
Häufig führt der Bau von Netzerweiterungen zur Erschließung neuer Baugebiete. Daneben ist aber auch die Verbesserung der Netzqualität im Bestand durch die Ergänzung von fehlenden Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten von hoher Bedeutung. Diese führen zu einer Reorientierung von Reisewegen und können monozentrisch organisierte ÖPNV-Systeme – wie das Münchens – durch Ermöglichung tangentialer Wege entlasten. Gleichzeitig bieten neue Umsteigeknoten wiederum Möglichkeiten der Nachverdichtung.
In diesem Seminar betrachten wir in jedem Semester eine ausgewählte Fallstudie aus dem Raum München, für welche sich durch den Ausbau des ÖPNV neue Möglichkeiten städtebaulicher Entwicklung ergeben. Das genaue Untersuchungsgebiet wird im Laufe des Semesters bekanntgegeben.
Um effizient betrieben zu werden benötigt ÖPNV jedoch eine gewisse Bevölkerungsdichte und einen kompakten Siedlungskörper. Aber auch umgekehrt setzt ein verdichtetes Stadtquartier eine gute Erschließung mit dem öffentlichen Verkehr voraus. Stadtentwicklung, die diesem Muster folgt, bezeichnet man Transit-Oriented Development (TOD) bzw. integrierte Stadt- und Verkehrsplanung. Analytisch kann TOD mit Hilfe von Bertolini‘s (1999) Node-Place-Model aufbereitet werden. Die Annahme ist, dass eine nachhaltige Entwicklung eines Stadtquartiers gegeben ist, wenn sich an jeder Station die Erreichbarkeit mit dem ÖV und die vorhandene städtische Funktionsdichte die Waage halten. Je höher die Erreichbarkeit eines Verkehrsknotenpunktes, desto dichter (baulich und funktional) sollte das umliegende Stadtquartier sein. Transit-Oriented Development bietet somit ökologische, soziale, ökonomische und gestalterische Vorteile.
Häufig führt der Bau von Netzerweiterungen zur Erschließung neuer Baugebiete. Daneben ist aber auch die Verbesserung der Netzqualität im Bestand durch die Ergänzung von fehlenden Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten von hoher Bedeutung. Diese führen zu einer Reorientierung von Reisewegen und können monozentrisch organisierte ÖPNV-Systeme – wie das Münchens – durch Ermöglichung tangentialer Wege entlasten. Gleichzeitig bieten neue Umsteigeknoten wiederum Möglichkeiten der Nachverdichtung.
In diesem Seminar betrachten wir in jedem Semester eine ausgewählte Fallstudie aus dem Raum München, für welche sich durch den Ausbau des ÖPNV neue Möglichkeiten städtebaulicher Entwicklung ergeben. Das genaue Untersuchungsgebiet wird im Laufe des Semesters bekanntgegeben.
Inhaltliche Voraussetzungen
keine
Lehr- und Lernmethoden
Die Veranstaltung gliedert sich in drei Formate: Seminare, Gastvorträge und einen ganztätigen Workshop mit Stegreifentwurf. Im Rahmen der Seminare werden grundlegende Inhalte vermittelt und in die Aufgabenstellung eingeführt. Die drei Gastvorträge vermitteln exemplarisch Herangehensweisen aus der Praxis. Im Entwurfsworkshop wenden die Studierenden erlernte Inhalte durch Entwicklung einer Entwurfsstrategie an.
Hauptbestandteil des Seminars ist ein Stegreifentwurf, der einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Untersuchungsgebiets im Sinne des Grundgedankens des Seminars erarbeitet.
Die Arbeit gliedert sich in drei Phasen:
1. Analyse des weiteren Untersuchungsraumes auf verschiedenen Maßstabsebenen, insbesondere im Hinblick auf bisheriges Verkehrsangebot und verkehrliche Vernetzung, städtebauliche Dichte, Nutzungsverteilung und stadträumliche Qualitäten.
2. Kurzentwurf mit Vorschlägen zur Entwicklung des eingegrenzten Untersuchungsgebietes, insb. mit Aussagen zu
a. zukünftiger verkehrlicher Vernetzung, auch im Hinblick auf Fuß- und Radverkehr, sowie Intermodalität und neuen (geteilten) Mobilitätsarten,
b. baulichen Maßnahmen und Anordnung von Funktionen, Dichte und Nutzungsmischung,
c. qualitätvolle Gestaltung des öffentlichen Raumes.
Soweit möglich sollen auch die Inhalte der Inputs und Abendvorträge für den Kurzentwurf genutzt werden.
3. Ausarbeitung und Dokumentation der Analyse- und Entwurfsergebnisse.
Hauptbestandteil des Seminars ist ein Stegreifentwurf, der einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Untersuchungsgebiets im Sinne des Grundgedankens des Seminars erarbeitet.
Die Arbeit gliedert sich in drei Phasen:
1. Analyse des weiteren Untersuchungsraumes auf verschiedenen Maßstabsebenen, insbesondere im Hinblick auf bisheriges Verkehrsangebot und verkehrliche Vernetzung, städtebauliche Dichte, Nutzungsverteilung und stadträumliche Qualitäten.
2. Kurzentwurf mit Vorschlägen zur Entwicklung des eingegrenzten Untersuchungsgebietes, insb. mit Aussagen zu
a. zukünftiger verkehrlicher Vernetzung, auch im Hinblick auf Fuß- und Radverkehr, sowie Intermodalität und neuen (geteilten) Mobilitätsarten,
b. baulichen Maßnahmen und Anordnung von Funktionen, Dichte und Nutzungsmischung,
c. qualitätvolle Gestaltung des öffentlichen Raumes.
Soweit möglich sollen auch die Inhalte der Inputs und Abendvorträge für den Kurzentwurf genutzt werden.
3. Ausarbeitung und Dokumentation der Analyse- und Entwurfsergebnisse.
Links
Der Kurs wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Raumentwicklung angeboten. Für weitere Informationen bitte dessen Website besuchen: Lehre - Lehrstuhl für Raumentwicklung (tum.de)