Aktuelles
TUM Autonomous Motorsport startet beim A2RL-Event in Imola
Die Highlights aus dem Testing
In der ersten Testwoche haben wir uns Runde für Runde an die Strecke herangetastet: Mapping-Läufe, das erste Volltempo-Runde und die ersten Sessions in der Interaktion mit mehreren Fahrzeugen gleichzeitig. Den größten Eindruck hinterließ aber der dritte Tag, als ein Gewitter mit Starkregen und Hagel über die Strecke zog. Statt abzuwarten, sind wir gezielt rausgefahren, um Daten unter genau den Bedingungen zu sammeln, die unsere Sensorik am stärksten fordern.
Nach einer Woche Auswertung und Weiterentwicklung sind wir mit einem überarbeiteten Software-Stack zur zweiten Testwoche zurückgekehrt — und haben unsere bis dahin schnellste Rundenzeit um über drei Sekunden gedrückt. Der vielleicht wichtigste Moment der Woche war aber ein knapper Moment auf der Strecke: Unsere Gegenlenk-Funktion hat das Auto mitten aus einem Drift heraus wieder eingefangen und eine Kollision verhindert — eine Sicherheitsfunktion, die wir bis dahin nur in der Simulation validiert hatten, live und in Renngeschwindigkeit im Einsatz.
Im anschließenden ersten Qualifying-Lauf haben wir das früh bestätigt: die zweitschnellste Eröffnungsrunde der Session, und in Runde sechs unsere Bestzeit von 1:39.060 — gut genug für Platz drei, bevor ein technisches Problem an der Acque Minerali unseren Tag vorzeitig beendet hat.
Ausblick: Europa-Debüt am 5. September
Am 5. September um 18:30 Uhr ist es so weit: Im Rahmen des ACI Racing Weekend bestreitet die A2RL auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari ihr erstes internationales Event — nach zwei erfolgreichen Rennen in Abu Dhabi der erste Auftritt der Liga außerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate.
Imola gilt als eine der anspruchsvollsten Strecken Europas — mit Höhenunterschieden, engen Ideallinien und wenig Auslaufzonen, die kaum Raum für Fehler lassen. Für autonome Systeme ist das eine besondere Prüfung: Grip-Management, Positionierung und Überholmanöver müssen unter permanentem Druck in Echtzeit funktionieren. Genau diese Bedingungen haben wir in den letzten beiden Testwochen gezielt trainiert.
Als amtierender A2RL-Champion aus der Saison 2025 gehen wir mit einem klaren Ziel nach Imola: das Potenzial, das wir im Testing und im Qualifying gezeigt haben, in echtes Renntempo umzusetzen. Ein großes Dankeschön geht schon jetzt an das gesamte A2RL-Team und alle Mechaniker:innen, die uns durch beide Testwochen begleitet haben — jetzt heißt es: Rennen fahren.